Eine facettenreiche Geschichte

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Eine facettenreiche Geschichte2018-02-20T09:57:29+00:00

Wenn diese Wände sprechen könnten…

Jedes Gebäude hat eine ganz individuelle Geschichte zu erzählen. Wenn man den Putz und die Farbe der Jahrhunderte abstreift, tritt viel Interessantes zu Tage. Das gleiche gilt für Palazzo del Vice Re, wo die jüngsten Renovierungen spannende – und auch überraschende – Enthüllungen seiner geschichtsträchtige Vergangenheit ans Licht brachten. Im Laufe der Jahrhunderte war dieses Gebiet am Fuße der Alpen unter ständiger Bedrohung. Ob Barbaren, rivalisierende italienische Kommunen oder die europäischen Super-Mächte, alle rangen um den Zugang zu den damals wichtigen Handelsrouten: der Rhein gen Norden und der Po gen Süden. Ein besonders blutiger Konflikt war der Krieg zwischen Como und Mailand, der zehn Jahre lang die Region in Atem hielt. Der Krieg endete 1127 als die Truppen vom Herzog von Mailand Städte am See wie Lezzeno auf ihre Grundmauer niederbrannten. Während der Restaurierung fanden wir verkohlte Balken von der ursprünglichen mittelalterlichen Struktur im Palazzo, die Szenen dieser Brände hervorrufen. Gleichwohl wird vermutet, dass das unterirdische steinverkleidete Gewölbe (heute La Cantina) den Dorfbewohnern als Zufluchtsort diente. Später wurde das Gebäude wiederaufgebaut, dieses Mal als Wachturm, wo Wachposten Ausschau nach feindlichen Schiffe hielten. Dank dieser mittelalterlichen Umbaumaßnahmen, haben wir bis heute von den Gästezimmern im ehemaligen Turm eine atemberaubende Aussicht auf den See.

Als Mailand von den spanischen Habsburgern im 16. Jahrhundert besiegt wurde, litten die einst blühenden Städte der Lombardei unter den drakonischen Steuern der Spanier. Während ihrer 170-jährigen Herrschaft, waren die landfremden Herrscher bemüht, Geld für ihre vielen Eroberungszüge zu sammeln. Bemerkenswert ist, dass gerade in dieser Zeit ein so prestigeträchtiges Gebäude wie der Palazzo del Vice Re entstand. Details wie die edle Steinterrasse, die schmiedeeisernen Dekorationen, zwei original handgeschnitzte Holztruhen und verzierte Decken mit Holzbalkenwerk oder opulenten Fresken, legen die Vermutung nahe, dass eine sehr wichtige Person in den Hallen des Palazzo auf- und abging – wahrscheinlich sogar der spanische Vizekönig persönlich. Wer sonst ließe sich einen Kamin bauen, der eine exakte Kopie eines Marmorkamin von Versailles ist? Oder Fresken malen, die kriegerische und mythologische Motive darstellen? Sicherlich einer, der Eindruck machen – oder auch seine Gäste einschüchtern – wallet…

Unsere Fresken

Fresk im Frühstücksraum

Das Werk entstand zwischen 1700 und 1800. Sobald die Familie Pertusini (Eigentümer) das Fresko entdeckten, hatten sie sich das Ziel gesetzt, das Bild wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen. Das Motiv zeigt die griechische Göttin Juno, die mit Herkules auf einer Wolke liegt. Studenten der Akademie der schönen Künste in Brera haben 2007 das Fresko komplett restauriert.

NB: DAS WERK AUF DER DECKE IST EIN FRESKO: während die beiden ähnlich aussehenden Flächen darunter mit Tempera-Technik bemalt sind.

Il bar

Das Werk entstand zwischen 1700 und 1800. Die Eigentümer ließen auch dieses Deckenfresko 2007 von den Studenten aus Brera restaurieren. Das für diese Zeit typische Motiv zeigt Blumenranken, Trompe l’oeil Stuckdekorationen und groteske Drachen.

Junior Suite – La Vista

Das Werk entstand zwischen 1700 und 1800. Auch dieses Deckengemälde wurde von den Studenten aus Brera restauriert. Das Motiv zeigt goldfarbene Dekorationen mit blauen und roten Blumen.

Unsere Fresken

Fresk im Frühstücksraum

Das Werk entstand zwischen 1700 und 1800. Sobald die Familie Pertusini (Eigentümer) das Fresko entdeckten, hatten sie sich das Ziel gesetzt, das Bild wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen. Das Motiv zeigt die griechische Göttin Juno, die mit Herkules auf einer Wolke liegt. Studenten der Akademie der schönen Künste in Brera haben 2007 das Fresko komplett restauriert.

NB: DAS WERK AUF DER DECKE IST EIN FRESKO: während die beiden ähnlich aussehenden Flächen darunter mit Tempera-Technik bemalt sind.

Il bar

Das Werk entstand zwischen 1700 und 1800. Die Eigentümer ließen auch dieses Deckenfresko 2007 von den Studenten aus Brera restaurieren. Das für diese Zeit typische Motiv zeigt Blumenranken, Trompe l’oeil Stuckdekorationen und groteske Drachen.

Junior Suite – La Vista

Das Werk entstand zwischen 1700 und 1800. Auch dieses Deckengemälde wurde von den Studenten aus Brera restauriert. Das Motiv zeigt goldfarbene Dekorationen mit blauen und roten Blumen.